Gesellschaft und Soziales

Alter Eselsberg 2.0 – Soziale Strukturen fördern

Doch die Erfahrungen sind positiv: "Die Leute und Ideen kommen von selbst, wenn man Räume für Begegnung schafft und den Prozess moderiert", sagt Simone Kottmann, die seit zwei Jahren für die Stadt Ulm arbeitet und momentan neben anderen Aufgaben die Quartierszentrale an vier Vormittagen pro Woche betreut. Die studierte Kulturmanagerin mit Wurzeln in Ravensburg war zuletzt in Hamburg tätig. Der Wechsel nach Ulm fiel ihr nicht schwer, mehr Nähe zur Heimat und eine reizvolle, kommunikative Aufgabe sprachen dafür.

Wenn digitale Nachbarschaft Hände und Füße bekommt

Dann änderte sich alles. Die zu Kurze registrierte sich auf dem Nachbarschaftsportal nebenan.de und bat um Hilfe. Zwei Stunden später hatte sie vier Mails im Postfach. Wow! Sie hatte keinen Lottogewinn angeboten - pure Arbeit: freiwillig. Nachbarschaftshilfe 2.0 begann ihr schon jetzt zuzusagen. Der Leiter-haft große, 33-jährige Philipp Kölle, der gerade Mal zwei Straßen weiter wohnte, bekam den Zuschlag. Zeitnah durfte er sich selbst verwirklichen. Gesehen hatte sie ihn all die Jahre nie - nicht Mal an der Supermarktkasse.

Verantwortungsvolles Wirtschaften

Was sich wie eine Utopie von Weltverbesserern liest, steht wörtlich in der Verfassung des Freistaates Bayern. Ähnliche Passagen finden sich im Grundgesetz und den meisten Verfassungen unserer Nachbarländer – eine schöne europäische Tradition. Nun sieht unsere wirtschaftliche Realität leider anders aus. Niedriglöhne, Umweltfrevel bei der Herstellung und Ausbeutung der Zulieferer in den "Billigländern" sind an der Tagesordnung. Der Profit sammelt sich bei wenigen großen Konzernen, deren Macht über die Politik und Gesellschaft immer weiter zunimmt.