Gesellschaft und Soziales

Neustart in eine bessere Welt

Lokale Lieferplattformen, nachbarschaftliche Hilfen, Videokonferenzen, bei manchen mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, das sind Entwicklungen, die sich durch die hinter uns (und sicher auch noch vor uns) liegenden Corona-Maßnahmen ergeben oder verstärkt haben. Was wollen und können wir mitnehmen in eine bessere Zukunft, aus dieser Zeit, die wir am liebsten so schnell wie möglich hinter uns bringen wollen? 

Näher kommen

Es ist ruhig geworden da draußen. Nur die Vögel veranstalten eine Frühjahrsparty. Ob sie trotzdem  wohl merken, dass etwas anders ist? Dass die Menschen nur kleine Runden drehen, nicht weit weg von zuhause, während sie da draußen in aller Freiheit durch die Luft flattern. Wohin sie wollen. Noch nie war ich auf einen Vogel neidisch. Jetzt schon. Noch nie habe ich so intensiv die Natur vor meinem Fenster wahrgenommen wie jetzt - wo ich nicht raus soll.

Endlich (eine) Oma!

Charlott ist zwei Jahre alt und marschiert selbstbewusst durchs Zimmer, sucht etwas. Gefunden! Mit einem Fell im Schlepptau kehrt sie zu Vera Löffler zurück, deckt sie zu. Die soll jetzt ein Nickerchen machen. Vera Löffler schließt brav die Augen.  Sie beherrscht das Kinderbespaßungsprogramm aus dem Effeff. Immer noch. Obwohl ihre eigenen Kinder schon erwachsen sind. 

Vera Löffler ist ein kostbarer Schatz. Sie hat sich zur Oma machen lassen. Die echten Großeltern von Charlott leben im Norden. 

Jugend aktiv in Ulm: Neue Wege der Mitbestimmung

Wann öffnen die Schulen wieder, wer hilft nächste Woche im Tafelladen aus, welche Botengänge stehen an? Auch im Team von "Jugend aktiv in Ulm" stehen die Zeichen auf Corona. Leonie, Sophi, Anouk, Johannes, Robin und Koordinatorin Nalan haben sich mal eben zu einer Konferenz zusammengeschaltet. Denn Treffen sind nicht möglich in diesen Zeiten. Die bestehenden Arbeitsgruppen sind einem Corona-Krisenrat gewichen, der sich täglich online austauscht. 

Welches Handicap?!

Marc Breuning, 24, zieht schnell Nutella, Marmelade, Bananen und Shampoo übers Band. Während die Hände der Kundin im selben Takt alles in die Einkaufstasche packen, führt sie selbst über den Kopf einer alten Frau mit Rollator ein Gespräch mit der Kundin, die dahinter wartet. Es geht um den Sohn der Einräum-Frau. Stinkfaul sei der, will aber Informatik studieren… Die andere Frau beruhigt, höflichkeitshalber.

Reparieren statt Wegwerfen

Wer das Klima retten und Ressourcen sparen will, fängt am besten beim Konsum an. Haushalts- und Elektrogeräte verschlingen am meisten Rohstoffe und Energie bei der Produktion. Auch das sparsamste Gerät kann seine Vorzüge erst ausspielen, wenn man es lange nutzt. Andererseits sind die Hersteller an Umsatz interessiert und bauen gerne unerfreuliche Sollbruchstellen ein, die dem Leben der Apparate ein vorzeitiges Ende setzen. Geplante Obsoleszenz heißt es neudeutsch.

30 Jahre Kinderrechte

Die Familie gilt als Kernstück unserer Gesellschaft. Kinder sollen behütet im Kreis der Familie aufwachsen. Den Eltern obliegt der individuelle Erziehungsauftrag, ihnen ethische und weltanschauliche Werte zu vermitteln. So steht es in Artikel 6 des Grundgesetzes. Doch was ist, wenn Eltern beispielsweise Impfungen ablehnen, religiösen Sekten angehören oder zu radikalen politischen Vorstellungen neigen? 

Kinderrechte 2.0: Der Umgang mit digitalen Medien

Seit die UN-Kinderrechtskonvention 1989 verabschiedet wurde, hat sich unsere Gesellschaft grundlegend verändert. Trotzdem: Die darin formulierten Kinderrechte gelten uneingeschränkt auch in der digitalen Welt. Bereits im Grundschulalter sind Kinder in den digitalen Medien unterwegs und vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Darauf sollten sie vorbereitet sein. Dies ist eine der Aufgaben von Martina Skipski, der Jugendmedienschutz-Beauftragten der Stadt Ulm.