Nachhaltige Wirtschaft

Essen ist politisch

Dieses System setzt auf eine industriell organisierte Landwirtschaft. Mit massiven Folgeschäden für das Grundwasser, für die Bodenqualität, für das Überleben der Insekten, für eine artgerechte Tierhaltung, für den Klimawandel, für die Artenvielfalt. Kostenverzerrende Billigpreise im Lebensmittelhandel und Wegwerfmentalität als Nebenprodukt. 

Über die Wiederentdeckung der Albleisa

„Linsen haben mir einfach schon immer geschmeckt. Und ich habe mich gefragt, warum die von so weit herkommen müssen. Mich hat es dann so gereizt, etwas anzubauen, was früher hier auf der Alb ganz selbstverständlich angebaut wurde.“ Als der Diplombiologie und spätere Vollerwerbslandwirt Woldemar Mammel, der heute 78 Jahre alt ist, Anfang der 1980er Jahre den Versuch startet, am Rand seines Heimatdorfs Lauterach im beschaulichen Lautertal auf der Schwäbischen Alb, wieder Linsen anzubauen, da gelten „Späths Alblinsen I und II“ - genannt: die Kleine und die Große -  als verschollen.

Noch selten aber tierlieb: Die neue Mutter-Kind-Haltung

Herr Spiegel, warum haben Sie diesen Weg eingeschlagen?
Weil der konventionelle Weg, oder eben wie man es früher gemacht hat, nämlich der Mutter das Kalb wegzunehmen und mit dem Eimer aufzuziehen, sehr schmerzhaft ist. Die Mutter sucht ihr Kalb - das blökt nach der Mutter. Wenn man sich das mit anschauen muss, fragt man sich: Warum macht man das eigentlich? Ist das wirklich so praktisch oder geht’s auch anders gut? Einer meiner Mitarbeiter schlug dann die mutter- und ammengebundene Aufzucht vor. 

Doppelte Erträge durch Agri-Photovoltaik

Auf einer 2,5 Hektar großen Versuchsfläche ermittelt hier das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gemeinsam mit der Uni Hohenheim und den Heggelbachern das Potenzial der „Agri-Photovoltaik“, bei der landwirtschaftliche und solare Nutzung gekoppelt wird. Das soll die Flächenkonkurrenz zwischen beiden entschärfen. Statt der üblicherweise dicht gepackten Solarparks geht man dabei zu einer offeneren Bauweise über, bei der die Modulständer nicht der üblichen Bewirtschaftung mit Landmaschinen im Weg stehen.

Aus dem Leben eines Landwirts

Herr Gölz, Sie sind Landwirt in Ehingen. Wie sehen Sie die zunehmend angespannte Beziehung  zwischen Verbrauchern und Landwirten?
Angespannt würde ich nicht grundsätzlich sagen. Aber in den Medien werden immer nur die extremen Negativfälle aus der Landwirtschaft präsentiert. Übergroße Tierhaltungen, wo dann die Tiere schlecht versorgt werden. Das sind Ausnahmen. Die meisten Landwirte legen Wert auf eine möglichst artgerechte Tierhaltung. 

Das "Haus der Nachhaltigkeit" stellt sich vor

Unter dem Motto: "Gemeinsam Zukunft nachhaltig gestalten - für mich, für dich, für alle" will das "Haus der Nachhaltigkeit" Netzwerk und Wandelwerkstatt sein. Bürger:innen, Vereine, Initiativen, NGOs, Unternehmen, Kommunen und die Wissenschaft sollen hier zusammenkommen, um gemeinsam den sozialen, ökonomischen, ökologischen, technologischen und ethischen Wandel in der Region zu gestalten.

www.h-d-n.org

Ein Lieferkettengesetz muss her!

Die Einhaltung von Menschenrechten und Arbeitnehmerrechten, die Sicherstellung von guten Arbeitsbedingungen und Umweltschutz sind die Grundlage für eine nachhaltige weltweite Entwicklung und ein friedliches und respektvolles Miteinander. Dies gilt auch für globale Lieferketten. Wenige Staaten sind wirtschaftlich so stark international verflochten wie die Deutschland. Die Bundesregierung hat daher von 2016 bis 2020 einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte erarbeitet.

Grüner Wasserstoff aus Ökostrom und Biomasse

Wasserstoff (H2) lässt sich in einem sehr einfachen elektrochemischen Prozess erzeugen: Durch Einleiten von Gleichstrom in Wasser bilden sich an den Polen Wasserstoff und Sauerstoff (Elektrolyse).Viele werden sich dabei an den Chemieunterricht erinnern: Der Wasserstoff wurde in einem Reagenzglas aufgefangen und an einer Flamme zur Explosion gebracht. Natürlich kann man die Reaktion mit Sauerstoff auch wesentlich gezielter ablaufen lassen, z.B.

Schwere Nutzfahrzeuge mit H2-Antrieb made in Ulm

Dank der langen Tradition im Nutzfahrzeugbau und der führenden Position der Wasserstoffforschung in Ulm wurde der IVECO-Standort im Donautal zum europäischen Produktionszentrum für den neuen Nikola TRE auserkoren. 40 Millionen Euro wird das Konsortium aus IVECO, CNH Industrial und Nikola Corporation in der ersten Phase in den Standort investieren, um die Produktion in kürzester Zeit hochzufahren. Die Markteinführung der Brennstoffzellen-Trucks ist für 2023 geplant. Die Batterieversion soll bereits ab 2021 zu haben sein.

Gardena lässt Gutes gedeihen

Der Hersteller von Gartengeräten sitzt im Ulmer Donautal. Inmitten des Industriegebiets. Inmitten von viel Asphalt, großen Fabrikgebäuden, umkreist von schweren Lastern. Dort aber auch liegt ein grünes Kleinod. Hier atmet das Industriegebiet. Gardena hat nämlich einen großen Garten. Und diese 20.000 Quadratmeter steuern sogar Schmetterlinge und Bienen an. Hier erwartet sie Nahrung. Frische, gelbe Pollen, gereicht in Blütenkelchen - statt an Feinstaubpartikel geklammert.